Kfz-Gewerbe lehnt E-Prämie weiter ab

Großburgwedel. Mit deutlichen Worten hat der Präsident des niedersächsischen Kfz-Gewerbes, Karl-Heinz Bley MdL, die Handwerkskammern des Landes nach deren Ja zur Kaufprämie für Elektro-Fahrzeuge kritisiert. Die in einer gemeinsamen Erklärung mit dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erhobenen Forderungen seien "Markteingriffe ohne Not". "Wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, stolpert bekanntlich“, sagte Bley mit Hinweis darauf, dass eine flächendeckende Infrastruktur die Voraussetzung für den Markterfolg der Elektromobilität sein müsse.

Bley erinnerte daran, dass die bisherige Kaufverweigerung nicht nur darauf gründe, dass die Fahrzeuge zu teuer seien, sondern das die Reichweite der Fahrzeuge zu gering, das Laden der Batterie  zu lange dauere und die Ladeinfrastruktur bei Weitem nicht den Anforderungen entspreche. Wenn in einer solchen Situation der Verbraucher durch ein Geldgeschenk aus öffentlichen Kassen dazu bewegt werden soll, ein Produkt zu kaufen, das seinen Ansprüchen nicht genügt, müsse eine Prämie als nicht zielführend erkannt werden.

Das Kfz-Gewerbe habe mit seiner Forderung nach einer 50-prozentigen Sonderabschreibung im Anschaffungsjahr den Weg der unterstützenden Maßnahmen für gewerbliche Kunden aufgezeigt. Die jetzt erhobene unterstützende Forderung der Kammern und des Ministeriums in dieser Frage werde begrüßt.

Staatlich subventionierte Kauf-Prämien für Privatkunden erzeugten hingegen große kurzfristige Mitnahmeeffekte und keine nachhaltigen Fortschritte in der Elektro­mobilität.

Das Kfz-Gewerbe in Niedersachsen bleibt bei einem eindeutigen Nein zur Elektro-Kaufprämie. Die Branche fordere ein nachhaltiges Elektro-Paket mit dem zeitnahen Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur als Voraussetzung für eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung und intelligente Bezahlsysteme, beispielsweise per Smartphone für Parken und Laden.

Die Handwerkskammern und das Wirtschaftsministerium hatten sich "für gezielte und spürbare Kaufanreize" für E-Fahrzeuge ausgesprochen. Gewerbliche Kunden sollten durch Sonderabschreiben für ihre E-Fahrzeuge in Firmenflotten gefördert werden. Privatkäufer sollten mit Kaufprämien von 5.000 Euro pro Fahrzeug gefördert werden.

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